Was ist der iSFP und warum ist er im Oktober aktuell?
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein strukturiertes Konzept der BAFA-Energieberatung, das Eigentümern zeigt, welche energetischen Sanierungen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. Anders als ein einfacher Energieausweis liefert der iSFP eine langfristige Sanierungsstrategie — angepasst an Gebäudezustand, Budget und persönliche Pläne.
Oktober ist der klassische Monat für Sanierungsplanung: Die Heizperiode läuft seit zwei Wochen, erste Verbrauchsdaten werden sichtbar, und viele Eigentümer bereiten größere Projekte für das Frühjahr 2027 vor. Ein iSFP ordnet diese Projekte so, dass keine Maßnahme die nächste behindert — und dass die BAFA-Förderung optimal genutzt wird.
In OWL mit seinem hohen Altbauanteil — Fachwerk in Lippe, Sandstein-Bestand am Teutoburger Wald, Nachkriegsbauten in Bielefeld — ist der iSFP besonders wertvoll, weil er die Bausubstanz berücksichtigt und zeigt, welche Dämmung, Heizung oder Fenster zum Gebäude passen.
Wie funktioniert der iSFP in der Praxis?
Der iSFP-Prozess beginnt mit einer Vor-Ort-Begehung durch einen zertifizierten Energieberater. Dabei werden Bausubstanz, Heizung, Dämmzustand, Fenster und Luftdichtigkeit dokumentiert. Aus diesen Daten entsteht ein Fahrplan mit konkreten Sanierungsschritten — sortiert nach Dringlichkeit, Wirtschaftlichkeit und bauphysikalischer Reihenfolge.
Typische Empfehlungen im iSFP:
- Schritt 1: Kellerdeckendämmung (günstig, schnell umgesetzt, hohe Wirkung)
- Schritt 2: Heizungstausch (z. B. auf Wärmepumpe, wenn Dämmung ausreichend)
- Schritt 3: Fassadendämmung (kostenintensiv, aber langfristig entscheidend)
- Schritt 4: Fensteraustausch (nur sinnvoll nach Dämmung, sonst Tauwasser-Risiko)
Wichtig: Der iSFP ist keine Blaupause, sondern eine Orientierung. Eigentümer können einzelne Schritte vorziehen, weglassen oder strecken — der Fahrplan bleibt 15 Jahre gültig und kann jederzeit angepasst werden.
BAFA-Förderung für die Energieberatung
Die Erstellung eines iSFP wird von der BAFA anteilig gefördert. Die genaue Förderhöhe hängt vom Gebäudetyp ab — Ein- und Zweifamilienhäuser werden anders gefördert als Mehrfamilienhäuser. Vor Auftragserteilung berechnen wir die exakte Förderhöhe für Ihr Objekt und klären, welche Unterlagen das BAFA benötigt.
Zusätzlich zur Förderung der Beratung selbst gibt es einen iSFP-Bonus bei der späteren Umsetzung: Wer eine Sanierungsmaßnahme aus dem iSFP umsetzt, erhält bei der BEG-Förderung einen Aufschlag. Auch hier gilt: Die konkrete Bonushöhe hängt von der gewählten Maßnahme ab und wird vor Antragstellung für Ihr Projekt berechnet.
Ein Beispiel aus der Praxis in Herford: Ein Eigentümer ließ 2025 einen iSFP erstellen, setzte 2026 die empfohlene Kellerdeckendämmung um und erhielt sowohl die BAFA-Förderung für den iSFP als auch den iSFP-Bonus für die Dämmmaßnahme. Beide Förderungen wurden vor Maßnahmenbeginn beantragt — nachträgliche Anträge sind nicht möglich.
Warum der iSFP in OWL besonders sinnvoll ist
In OWL ist der Anteil unsanierter Altbauten überdurchschnittlich hoch — Fachwerkhäuser in Lippe, Sandstein-Bestand in Detmold, Nachkriegsbauten in Bielefeld. Viele Eigentümer wissen, dass Sanierung nötig ist, aber nicht, wo sie anfangen sollen. Der iSFP ordnet diese Fragen: Er zeigt, welche Maßnahme zuerst kommt, welche Dämmung zum Gebäude passt und wo Fördermittel beantragt werden können. Gerade bei denkmalgeschützten oder ortsbildprägenden Gebäuden in OWL ist die fachliche Begleitung durch einen Energieberater vor Ort entscheidend — improvise Dämmungen schaden oft mehr, als sie nutzen.
Häufige Fragen zum iSFP
Wann lohnt sich ein iSFP — und wann nicht?
Ein iSFP lohnt sich, wenn Sie in den nächsten 5-10 Jahren mehrere energetische Sanierungen planen oder bereits wissen, dass Heizung, Dämmung oder Fenster erneuert werden müssen. Er lohnt sich nicht, wenn Sie nur eine einzelne Maßnahme umsetzen wollen (z. B. nur Kellerdeckendämmung) — dann reicht eine einfache Energieberatung ohne Fahrplan.
Kann ich den iSFP auch nachträglich erstellen lassen?
Ja, aber der iSFP-Bonus bei der BEG-Förderung gilt nur, wenn der iSFP vor Antragstellung der Sanierungsmaßnahme vorliegt. Wer bereits eine Maßnahme beantragt oder begonnen hat, erhält keinen Bonus mehr. Deshalb empfehlen wir: iSFP im Herbst erstellen lassen, Maßnahmen im Frühjahr beantragen.
Wie lange dauert die Erstellung eines iSFP?
Von der Vor-Ort-Begehung bis zum fertigen iSFP vergehen in der Regel 3-4 Wochen. Die Begehung selbst dauert 2-3 Stunden, je nach Gebäudegröße. Anschließend wird der Fahrplan erstellt, beim BAFA eingereicht und Ihnen als PDF ausgehändigt. Für Fragen zur Umsetzung stehen wir auch nach Abschluss zur Verfügung — der iSFP ist kein Einmal-Dokument, sondern ein langfristiger Begleiter.